Gartenweg anlegen und pflastern in 7 Schritten

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Anfänger

2-3 Tage, Dauer kann aber stark variieren, je nach Fläche des Gartenwegs

Ausheben des Untergrundes für die Bettung.

Wollen Sie einen Weg, z.B. zu Ihrem Gartenhaus oder Carport fachmännisch pflastern, dann sorgt ein Unterbau mit Kies, Schotter und Sand in der angemessenen Dicke dafür, dass Ihr Weg auch nach Jahren noch eben ist und hartem Frost trotzt. Wie tief dieser Unterbau sein muss, hängt von den regionalen und klimatischen Gegebenheiten ab. Je kälter es wird, desto tiefer sollte der Unterbau sein.

Setzen Sie sich bevor es losgeht mit den Materialien bzw. mit der gewünschten Art der Pflastersteine auseinander. Hier spielt nicht nur die Ästhetik eine Rolle. Wenn der gepflasterte Weg von Kraftfahrzeugen befahren werden soll, dürfen die verlegten Steine eine Mindeststärke nicht unterschreiten. Hier berät Sie gern ein Mitarbeiter in Ihrem OBI Fachmarkt.

Sollen Wege ökologisch gestaltet werden, stehen hierfür sogenannte Öko-, Sicker- oder Drainagepflaster zur Verfügung, die aufgrund ihrer Wasserdurchlässigkeit der allgemein zunehmenden Flächenversiegelung entgegenwirken.

Und auch über das Verlegmuster sollten Sie sich vor dem Kauf Gedanken machen:
Ob in einfacher, funktionaler Verlegung, im Fischgrät-Muster oder Reihenverband, im kreativen und abwechslungsreichen Kombiformat oder im wilden Verband setzen Verlegmuster neben der Steinfarbe und -struktur gestalterische Akzente in der Fläche.


1 - Schritt-für-Schritt 2 - Materialliste
3 - Werkzeugliste
Abstecken des Weges und Ausheben der Erde.

Schritt 1 - Das Abstecken des Gartenweges und der Aushub

Das fachmännische Pflastern eines Weges bedarf sorgfältiger Vorbereitung und der genauen Berechnung des Materialbedarfs – besonders bei kurvigem Verlauf. Wie lang und breit soll der Weg werden? Verläuft er gerade oder in sanften Kurven? Unterteilen Sie Ihre maßstabsgetreue Zeichnung des Weges in klare Flächen, um den Materialbedarf zu ermitteln.

Mit Holzpflöcken und einer Schnur stecken Sie nun den Gartenweg ab – achten Sie dabei auf eine einheitliche Höhe der Schnur – und beginnen dann mit dem Aushub. Für kürzere Wege reicht ein Spaten, für längere Wege sollten Sie über das Ausleihen eines Minibaggers nachdenken. Der Aushub für einen Fußweg muss mindestens 30 bis 35 cm tief sein. Je nach regionalen bzw. klimatischen Bedingungen und Nutzung ergibt aber sogar ein Aushub von 60 bis 90 cm Sinn – beispielsweise in gebirgigen Regionen und wenn Sie auch mit einem PKW über die Fläche fahren wollen. Achten Sie bei der Arbeit darauf, einen tragfähigen und setzungsfreien Untergrund zu erreichen, den Sie mit dem Rüttler verdichten. Dies bedingt die spätere Stabilität der Fläche.

Anhand der Abmessung Ihres Weges berechnen Sie die Anzahl der benötigten Steine und die Kubikmeter Schotter beziehungsweise Kies, die zum Einsatz kommen. Planen Sie auch  den Platzbedarf ein. Die auf Paletten und in Folien verpackten Pflastersteine brauchen viel Raum und sollten ebenso wenig wie Schotter und Kies bei den Arbeiten im Weg sein. Eine Lieferung möglichst nah an den Bauort erspart schweißtreibende Meter mit der Schubkarre.

Setzen der Randsteine.

Schritt 2 - Wegbegrenzung legen

Randsteine begrenzen den Weg an beiden Seiten. Sie spielen aber nicht nur bei der Optik eine Rolle, sondern sorgen auch für Halt und Stabilität. Damit die später verlegten Steine nicht verrutschen können, sollten die Randsteine mit einem Betonfundament fixiert werden. Die Betonschicht sollte mindestens 10 bis 20 cm messen und auf einem wasserdurchlässigen Schotterbett gründen. Gehen Sie danach Stein für Stein vor. Der Randstein wird in das Streifenfundament gesetzt und mit einem Gummihammer so auf Höhe und Position eingeklopft, dass er eben mit der gespannten Schnur abschließt. Danach füllt und formt man den Beton seitlich zu sogenannten Rückenschürzen, damit der Randstein bis zu einem Drittel seiner Höhe im Beton fixiert ist. Lassen Sie den Beton aushärten, bevor Sie mit weiteren Arbeitsschritten fortfahren – beachten Sie dafür die Herstellerangaben des Betons.

Anlegen der Bettung mit Kies oder Schotter

Schritt 3 - Bettung des Weges anlegen

Wenn der Beton ausgehärtet ist, wird die Tragschicht für das Pflaster angelegt, damit Regenwasser versickern kann und der Weg dennoch stabil bleibt. Dafür eignen sich Kies und Schotter, empfehlenswert ist hierfür eine Körnung bis 32 mm. Der Kies oder Schotter wird – je nach Aushubtiefe – 10 bis 30 cm hoch aufgeschüttet, mit einem Rechen verteilt und mit einer Rüttelplatte verdichtet. Bereits hier sollte das notwendige Gefälle von mindestens 2 % (vom Bauwerk weg) beachtet werden.
Auf die verdichtete Schicht kommt nun noch einmal eine 4 bis 5 cm hohe Schicht aus Sand oder bei Öko- oder sickerfähigen Flächenbelägen Splitt (2 bis 5 mm). Um diese Schicht höhengenau einzubringen, sollten Sie Metallschienen zum Abziehen des Belags in den Boden einlassen. Entscheidend für die Qualität des späteren Pflasters ist nämlich, dass der Splitt bzw. Sand exakt abgezogen wird. Führen Sie also eine Holz- oder Aluminiumabziehlatte über die zwei verlegten Metallschienen. Beachten Sie bei Ihrer Höhenberechnung, dass die spätere Pflasterfläche abgerüttelt wird und sich dadurch noch einmal um etwa 1 cm absenken wird. Das Pflasterbett sollte nach dem Abziehen nicht mehr betreten werden (mögliche Fehlstellen verfüllen und Unebenheiten wieder ausgleichen).

Wenn Sie sich nicht selbst einen Flächenrüttler anschaffen wollen, hilft Ihnen der OBI Mietgeräte-Service gerne weiter.

Anklopfen der Steine mit einem Gummihammer.

Schritt 4 - Das Verlegen der Pflastersteine für den Gartenweg

Nehmen Sie auch beim Verlegen der Pflastersteine immer wieder die gespannte Schnur und Wasserwaage zur Hilfe, um zu prüfen, ob die Steine fluchtgerecht und korrekt liegen und das Gefälle eingehalten wird. Nur in diesem Fall kann Regenwasser in der gewünschten Richtung ablaufen und sammelt sich nicht unschön auf der Fläche. Legen Sie nun die Einzelsteine in das Bett mit einer Fugenbreite von mindestens 3 bis 5 mm und klopfen Sie sie bei Bedarf leicht an. Legen Sie so Stein für Stein Ihren Gartenweg an.

Schneiden der Steine mit einem Knacker.

Schritt 5 - Das Schneiden von Pflastersteinen und Platten

Um das Einpassen von einzelnen Steinen werden Sie in der Regel nicht herumkommen. Mit einem Steinknacker oder Steinschneider ist das jedoch schnell erledigt. Diese können Sie in Ihrem OBI Markt auch mieten. Eine gute Planung mit Hilfe der Steinrastermaße, einfache Verlegmuster und eine rechtwinklige Fläche minimieren den Aufwand.

Zeichnen Sie die gewünschte Schnittkante auf den Stein an und legen Sie den Stein in das Gerät ein. Der Knacker arbeitet schmutzarm, ohne Strom und leise, eignet sich jedoch nicht für sehr dicke Steine und lange saubere Schnittkanten wie bei Platten. In diesem Fall kommt ein Steinschneider zum Einsatz, der auch bei dicken Steinen exakt arbeitet, aber mehr Schmutz und Lärm erzeugt. Achten Sie deshalb auf einen leicht zu säubernden Stellplatz.

Füllen der Fugen mit Sand.

Schritt 6 - Das Füllen der Fugen und die Drainfähigkeit

Um späteren Schäden am Flächenbelag vorzubeugen, ist die Verfugung Pflastersteine des Gartnweges unerlässlich. Für die Fugenfüllung bieten sich zwei Optionen:

1. Fugensand
Bei der Verwendung von losem Fugenmaterial, wie gewaschenem Fugensand oder -splitt (2-3 mm), wird das Fugenmaterial mehrfach auf den gepflasterten Weg verteilt und mit einem Besen sauber ein- und abgefegt. Splitt macht die Fugen durchlässiger und erhöht die Sickerfähigkeit der Fläche und ist für größere Pflastersteine besser geeignet. Weil Regen den Sand im Laufe der Zeit auswaschen kann, sollte die Arbeit in regelmäßigen Abständen wiederholt werden. Wollen Sie weiße Fugen, greifen Sie zu Quarzsand, bei schwarzen Fugen bietet sich Basaltsand an.

2. Aushärtender Fugenfüller
Mit aushärtendem Fugenfüller wird das Auswaschen und Unkrautwachstum deutlich verringert. Allerdings muss der Fugenfüller auf die Nutzungsbedingungen, Steineigenschaften, Fugenbreite und den verwendeten Unterbau abgestimmt werden. Prüfen Sie vor dem Kauf die jeweiligen Herstellerangaben und beachten Sie die Anwendungshinweise.

Ein Sonderfall in Sachen Drainfähigkeit ist das Drain- oder Ökopflaster. Dieses Pflaster besteht aus einem wasserdurchlässigen Material, sodass Regenwasser nicht nur durch die Fugen abfließen kann. Sogenannte Sickerpflaster- und ökologische Flächenbeläge weisen entsprechend große Öffnungen bzw. einen ausreichend hohen Fugenanteil auf – auch hier in unterschiedlichen Optiken. Bei allen drainfähigen Flächen verwendet man Fugensplitt, damit die entsprechende Wasserdurchlässigkeit gewährleistet werden kann.

Abrütteln des Weges mit einem Rüttler.

Schritt 7 - Pflasterweg abrütteln

Zum Abschluss kommt bei Pflasterbelägen der Rüttler zum Einsatz. Damit die verlegten Steine nicht beschädigt werden, sollten Reste des Fugenmaterials von der Oberfläche vollständig entfernt werden und die Rüttelmaschine über eine Kunststoff-Gleitvorrichtung verfügen. Bei Bedarf kann nun noch eine weitere Schicht Sand mit dem Besen verteilt werden. Großformatige Außen- und Terrassenplatten dürfen nicht abgerüttelt werden.

Mit sorgfältiger Planung, den richtigen Geräten und den Tipps von OBI legen Sie in nur 7 Schritten einen Gartenweg selbst an und pflastern ihn in Ihrem Wunschmuster.


Die OBI Bau- und Heimwerkermärkte Systemzentrale GmbH schließt bei nicht sach- und fachgerechter Montage entsprechend der Anleitung sowie bei Fehlgebrauch des Artikels jede Haftung aus. Ihre gesetzlichen Ansprüche werden hierdurch nicht eingeschränkt. Achten Sie bei der Umsetzung auf die Einhaltung der persönlichen Sicherheit, tragen Sie, wenn notwendig, entsprechende Schutzausrüstung. Elektrotechnische Arbeiten dürfen ausschließlich von Elektrofachkräften (ÖVE/ÖNORM EN 50110-1) ausgeführt werden. Bei dem Aufbau der Artikel müssen die Arbeiten nach AUVA durchgeführt werden. Führen Sie diese Arbeiten nicht aus, wenn Sie mit den entsprechenden Regeln nicht vertraut sind. Wir sind um größte Genauigkeit in allen Details bemüht.

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